Kinesiologie bei Menstruationsbeschwerden: Ein Einblick aus der Praxis
Anna (Name geändert) meldet sich für eine kinesiologische Sitzung, weil sie seit längerer Zeit unter starken Menstruationsbeschwerden leidet. Gleichzeitig beschäftigt sie das Thema Familienplanung, sie wünscht sich da mehr Vertrauen und Leichtigkeit.
Zum Einstieg lade ich sie ein, einige Male tief in den Bauch zu atmen und ihre Aufmerksamkeit auf ihren Atem und ihren Körper zu richten.
„Was nimmst du wahr?“
Anna spürt ein leichtes Ziehen und ein Pulsieren im unteren Bauch und Rücken (sie hat aktuell ihre Tage). Dazu kommt noch die Erfahrung von einer Art Offenheit und Weichheit in ihrem Beckenbereich. Auf die Frage, was dies für sie bedeuten könnte sagt sie spontan:
„Das Pulsieren ist wie Leben, vielleicht mich öffnen für das Leben?“
Dieser Satz berührt sie. Gleichzeitig merkt sie, dass genau das nicht immer einfach für sie ist. „Spontan und offen für Unvorhergesehenes zu sein, fällt mir schwer. Ich muss immer alles planen, organisieren und unter Kontrolle haben. Auch unserer Familienplanung ist davon betroffen.“
Kontrolle loslassen und sich für das Leben öffnen
Während der Sitzung zeigt sich immer deutlicher, wie stark dieses Bedürfnis nach Kontrolle ihr Leben begleitet. Mit Unterstützung des Muskeltests kommen wir auf den Glaubenssatz:
„Ich muss aufpassen.“
Anna erkennt darin ein Muster, das sie schon lange begleitet. Auch in ihrer Familie waren Sorge und Vorsicht stark präsent. Was ursprünglich gut gemeinte Fürsorge war, hat sich bei ihr tief eingeprägt.
Mit einer kinesiologischen Übung zur Aktivierung der „inneren Führung“ arbeiten wir anschließend mit dem Potenzialsatz:
„Offen sein für das Leben.“
Zum Abschluss bitte ich Anna, sich eine Situation vorzustellen, in der sie sich ganz spontan auf etwas Neues einlässt. Der Muskeltest zeigt nun eine andere Reaktion. Der Gedanke „Ich muss aufpassen“ ist für sie in diesem Moment nicht mehr mit derselben Spannung verbunden.
Anna beschreibt, dass sie sich deutlich entspannter fühlt. Auch den Druck im Bauch, der Anfangs Sitzung dominant war, nimmt sie nur noch leicht wahr.
Als Impuls für ihren Alltag nimmt sie sich vor, sich bewusst kleinen, neuen und ungewohnten Situationen zu stellen und ohne dabei alles im Voraus zu kontrollieren.
In weiteren Sitzungen begegnen ihr noch andere Glaubenssätze und Prägungen. Nach einiger Zeit berichtet sie, dass sie insgesamt gelassener geworden ist und Dinge öfter einfach geschehen lassen kann. Auch ihre Menstruation empfindet sie zuletzt als weniger unangenehm. Das Thema Familienplanung darf dadurch wieder etwas leichter und freudiger Raum bekommen.
Kinesiologie bei Regelschmerzen
Eine kinesiologische Sitzung kann dabei unterstützen, persönliche Stressmuster, innere Überzeugungen und unterdrückte Elemente bewusster wahrzunehmen. Welche Themen sich zeigen und welche Veränderungen jemand erlebt, ist dabei sehr individuell.
Wichtig: Kinesiologie ersetzt keine medizinischen Abklärungen oder Massnahmen.